Stäbchenförmige Bakterien

Die Ausbreitung und Übertragung diverser Krankheitserreger ging mit der Entwicklung von blutsaugenden Insekten einher. Den Krankheitserregern gelang es, einen geeigneten Nährboden im Körper des Insektes und letztlich auch im Körper des Wirtes zu finden und sich dort auszubreiten. Aber nicht nur durch blutsaugende Insekten werden Krankheitserreger verbreitet. Auch nichtstechende Insekten können an infektiösen Plätzen (zum Beispiel Müll) Krankheitserreger aufnehmen und diese auf Lebensmittel verteilen. Durch den Verzehr der kontaminierten Lebensmittel gelangen die Krankheitserreger in den Menschen und können dort zu einer Infektion führen.

Ein Teilgebiet der Insektenkunde, auch „medizinische Entomologie“ genannt, befasst sich nur mit dem Einfluss der Insekten auf die Gesundheit des Menschen. So ist heute eine große Anzahl von Krankheitserregern, die durch blutsaugende Insekten übertragen werden können, bekannt. Also spielen Mücken in der Verbreitung der Elephantiasis, des Fleckfiebers und des Dengue-Fiebers eine entscheidende Rolle. Die Pest breitete sich im Mittelalter seuchenartig durch den Biss von Flöhen aus. Darüber hinaus gibt es mindestens 80 verschiedene Viruserkrankungen, die durch stechende Fliegen auf Menschen übertragen werden können.

Nicht nur unter den Bakterien und Viren finden sich gefährliche Krankheitserreger. Auch Plasmodien und Flagellaten können von Insekten übertragen werden und Krankheiten auslösen. Plasmodien sind einzellige Parasiten, die sowohl Säugetiere als auch Zweiflügler befallen. Eine bekannte Krankheit, die von Plasmodien ausgelöst und durch Anopheles-Mücken übertragen wird, ist Malaria. Die Krankheitserreger der Schlafkrankheit, die durch Tsetsefliegen übertragen werden, sind Flagellaten. Diese einzelligen Kleinstlebewesen besitzen Zellanhänge, sogenannte Flagellen oder Geißeln, um sich fortzubewegen. Die Schlafkrankheit und Malaria sind vor allem in tropischen und subtropischen Gebieten weit verbreitet.

Außerdem gibt es Insekten, die zwar nicht von Krankheitserregern befallen sind, aber selbst zum Krankheitserreger werden. Sie leben als Parasit bei Säugetieren und somit auch beim Menschen. Ein Beispiel dafür ist der Sandfloh, genauer gesagt das Sandflohweibchen, welches sich durch die Haut bohrt und sich dort ernährt. Nachdem das Sandflohweibchen Eier aus dem Hinterleib an der Eintrittspore abgelegt hat, stirbt es. Da das Tier nach dem Tod in der Haut verbleibt, können schwere Entzündungen durch den Fremdkörper hervorgerufen werden.